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Suchmaschinenranking: Machtkampf der Suchmaschinen

Mit Suchmaschinenranking wird eigentlich die Reihenfolge der von Suchmaschinen ermittelten Ergebnisse definiert. Die Betreiber der Suchmaschine legen die jeweiligen Kriterien, über welche Inhalte ein Internetauftritt für die optimale Positionierung verfügen muss, in einer Art Rangordnung fest.

Eine Beeinflussung kann durch gezielte Maßnahmen der Suchmaschinenoptimierung (kurz SEO genannt) erfolgen. Bei der Nutzung illegaler oder unerwünschter SEO-Methoden drohen dem Website-Betreiber Sanktionen in Form von Negativ-Bewertungen und Löschungen aus dem Suchmaschinen-Index.

Eine weniger oft thematisierte Form des Suchmaschinenrankings ist das Ranking der Suchmaschinen selbst sowie Statistiken über das Verhalten der Internet-User in Bezug auf die Nutzung von Suchmaschinen. Richtig genutzt geben diese Daten Anhaltspunkte dafür, auf welche Suchmaschinen-Faktoren bei Websites für eine optimale Positionierung geachtet werden muss.

Wie viele Suchanfragen beantwortet Google täglich?

Das sich auf Analysen der digitalen Welt spezialisierte Unternehmen comScore hat hierzu Statistiken aus dem Monat Dezember 2012 veröffentlicht, wonach in diesem Monat weltweit 176 Milliarden Anfragen über Suchmaschinen gestellt wurden.

Suchmaschinenranking und die weltweiten-suchanfragen
Suchmaschinenranking und Ihre weltweiten-

SuchanfragenVon diesen Anfragen wurden 114,7 Milliarden über die Suchmaschine Google gestellt, was Google mit 65,2 % zum Weltmarktführer macht. Erst mit einem großen Abstand folgen die chinesische Suchmaschine Baidu mit 14,5 Milliarden Anfragen und die Suchmaschine Yahoo, über die immerhin 8,6 Milliarden Suchanfragen gestellt wurden.

Die aus Russland stammende Suchmaschine Yandex belegt mit 4,8 Milliarden Anfragen den vierten Platz.

Das Schlusslicht bildet der in anderen Bereichen sonst so erfolgreiche Anbieter Microsoft, über dessen Suchmaschine lediglich 4,5 Milliarden Suchanfragen gestartet wurden.

Suchmaschinenranking: Wie viele Menschen nutzen Google?

Diese Daten werden von der nächsten Analyse untermauert, die das Nutzerverhalten dokumentiert. Denn im Monat Dezember 2012 haben 1,17 Milliarden unterschiedliche User die Suchmaschine Google genutzt. Der große Abstand zu den Konkurrenten zeigt sich durch etwa 290 Millionen verschiedene Nutzer der Suchmaschinen Baidu und Yahoo. Immerhin schafft es hier Microsoft mit knapp 270 Millionen Usern auf den vorletzten Platz vor der mit 74 Millionen Nutzern registrierten Suchmaschine Yandex.

wieviele-sucher
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Zunächst zeigen diese Statistiken auf, dass für eine gute Positionierung von Websites kein Weg an Google vorbeigeht.

Der Anbieter selbst gibt über 200 das Suchmaschinenranking beeinflussende Faktoren an.

Weder die Ranking-Faktoren selbst, noch deren Gewichtung werden jedoch von Google publiziert. Viele Unternehmen analysieren daher die Eigenschaften von gut positionierten Websites und vergleichen mutmaßliche Faktoren.

Bekannt ist, dass beispielsweise für Google Deutschland die sogenannten „Social Signals“ von sozialen Netzwerken wie Facebook und Twitter die Positionen im Google-Index erheblich beeinflussen. Andererseits positionieren sich Websites mit einem Höchstmaß an Werbung, insbesondere Adsense Werbeblöcke, nicht optimal.

Die Mischung macht das Ranking aus

Gut strukturierte Websites mit einer gekonnten Mischung aus hochwertigen Links, starken Marken, Keyword-Domains und Meta-Keywords haben gute Chancen auf eine adäquate Platzierung beim Suchmaschinenranking.

Wer jedoch mit seinem Internetauftritt auch in der fernöstlichen Region erfolgreich sein will, sollte mit seiner Website auch den Ranking-Kriterien von Baidu entsprechen. Hierzu gehören u.a.

  • chinesische Inhalte,
  • Keywords und
  • ein Hosting-Standort in China.

Aufgrund der strikten Zensur im chinesischen Web müssen verlinkte Seiten immer wieder überprüft werden.

Letztendlich hängt es von der jeweiligen Zielgruppe und der Region ab, welchen Kriterien des Suchmaschinenrankings die Website entsprechen muss. Wer jedoch seinen Webauftritt nach den Vorgaben von Google optimiert, ist nach den aussagekräftigen Daten aus den Statistiken immer auf der sicheren Seite.

Welchem Algorithmus folgen Suchmaschinen und Warum?

AlgorithmusWer in der Schule die vier Grundrechenarten erlernt hat, ist damit in der Lage, einfache Algorithmen praktisch anzuwenden.

Denn in der Mathematik bezeichnet der Begriff „Algorithmus“ ganz allgemein ein Verfahren, mit dem sich ein Problem zuverlässig lösen lässt.

Kann dieses automatisiert und von Maschinen durchgeführt werden, befinden wir uns bereits im Bereich der Informationstechnologie. 

Unterscheidung zwischen berechenbaren und kontextabhängigen Problemen

Damit eine Maschine einen Algorithmus ausführen kann, der zu einem Ergebnis führt, müssen sowohl das Problem als auch die Lösungsschritte genau definiert werden.

Wer auf dem PC ein Korrekturprogramm installiert hat, um Textbeiträge für den eigenen Blog oder die Webseite zu überprüfen, der weiß, dass dies nicht in allen Fällen zuverlässig funktioniert. Das Programm findet Rechtschreibfehler und Buchstabendreher, falsche Artikel und grammatische Ungereimtheiten.

Es versagt regelmäßig dann, wenn zwei Alternativen nebeneinander bestehen, die beide theoretisch anwendbar sind, von denen aber nur eine im Kontext als richtig gilt. In diesem Fall handelt es sich nicht um ein konkret eingrenzbares und daher berechenbares Problem, sondern um eines, das einer Entscheidung bedarf.

Suchmaschinen-Algorithmen: das Problem der Relevanz

Wie verhält es sich dann um die Algorithmen, die von Suchmaschinen verwendet werden?

  • Welchem Zweck dienen sie und
  • zu welcher Aussagekraft gelangen sie?

Die erste Frage ist leicht zu beantworten: Algorithmen, wie sie von Google, Bing, Yahoo und anderen Suchmaschinen verwendet werden, sollen im Suchverlauf die für den Nutzer relevanten Websites finden und in eine geeignete Reihenfolge bringen. Wie der jeweilige Algorithmus Relevanz und Reihenfolge ermittelt, hängt von den Kriterien ab, die der Suchmaschinenbetreiber zur Lösung dieses Problems aufgestellt hat.

Im Fall von Google sollen es rund 200 Kriterien sein, die die Indexierung einer Page beeinflussen; und in der Zukunft werden es sicher nicht weniger. Das Problem, diesen Kriteriendschungel zu lichten, wird zusätzlich dadurch erschwert, dass sich die Suchmaschinenbetreiber nicht offen zu ihrer Auswahl äußern und diese zudem regelmäßig verändern.

Relevante Faktoren für den Suchmaschinen-Algorithmus

Die Entwickler von Suchmaschinen-Algorithmen haben es vornehmlich mit Problemen der Bewertung zu tun. Hierzu werden verschiedene algorithmische Berechnungen kombiniert.

Zu den bekanntesten und für die Suchmaschinenoptimierung (SEO) bedeutenden gehören der Pagerank– und der Trustrank-Algorithmus. Diese messen den Webseiten im Rahmen einer Skala Zahlenwerte zu, die ihre Linkqualität beziffern. Die Zahl der Backlinks fließt in die Berechnungen ebenso ein wie deren Relevanz und die Autorität der verweisenden Seiten.

Neben diesen OffPage-Faktoren sind zudem die OnPage-Faktoren für die Bewertung einer Website entscheidend. Dazu zählen alle Inhalte einer Seite sowie deren

  • Navigation,
  • Benutzerfreundlichkeit (Bounce Rate),
  • Formatierung und Web-Standards,
  • Keywordoptimierung
  • Interne Verlinkungen
  • Ladezeit
  • Server Standort und Weiteres mehr.

Und so wie sich bestimmte Faktoren positiv auf die Indexierung auswirken können, gibt es auch Negativfaktoren, die durch die Algorithmen ebenfalls erfasst werden.

Das Individuum als Parameter: der Google-Algorithmus

Insgesamt handelt es sich um einen komplizierten Vorgang, bei dem viele einzelne Algorithmen zu einer Gesamtheit verknüpft werden.

Wie am Beispiel Korrekturprogramm deutlich wurde, ist ein solches System hilfreich, aber nicht fehl-los. Häufig sind kontextabhängige Entscheidungen zu treffen. Vielleicht ist dies einer der Gründe dafür, dass die Berechnungen zunehmend auf eine personalisierte Suche aufgebaut werden – neben den neuen Marketingmöglichkeiten, die sich daraus ergeben.

How Google makes improvements to its search algorithm

Im Jahr 2010 haben Studenten der Northwestern Network Group einen Weg gewählt um den Google Algorithmus tiefer zu analysieren. Dazu haben Sie sich im Prinzip eine eigene Suchmaschine entworfen und dabei den eigenen Algorithmus solange variiert bis er soweit wie möglich das Ergebnis wiederspiegelt dass die Google Ergebnisliste bringt.

Die Originalarbeit als PDF finden Sie hier: http://cobweb.ecn.purdue.edu/~ychu/publications/wi10_google.pdf

Personalisierte Suche im Algorithmus

Personalisierte Suche bedeutet dabei, dass dem Algorithmus ein Parameter „Individuum“ hinzugefügt wird.

Wer im Besitz eines Google E-Mail- und/oder Plus-Accounts ist, kann seine Suchanfragen und Ergebnisse speichern lassen. Der Google-Algorithmus kann ihm dann Suchergebnisse zuordnen, die für ihn persönlich als besonders relevant errechnet wurden. Wir sind gespannt wo sich die Reise nach 2012 hinbewegt.

Ein ähnliches Verfahren nutzen bereits Social Media wie Facebook. Darin liegt die Chance, der großen Informationsflut mitsamt allen Kommentaren im Internet zu entgehen.

Leider verbirgt sich darin aber auch die Gefahr, dass der Befehl „ Search“ nicht mehr zu neuen Informationen führt, sondern nur noch eine Anzahl Google+ Vorschläge hervorbringt, die den Blick über den eigenen Tellerrand nicht mehr ermöglichen.